Du kaufst kein Auto und fährst es dann fünf Jahre ohne Service. Bei deiner Website ist das genauso. Sie ist ein technisches System mit vielen beweglichen Teilen. Wird sie nicht gepflegt, merkst du das zuerst an der Ladezeit. Dann am Ranking. Und irgendwann daran, dass sie einfach nicht mehr läuft.
Ich nenne das Website Care, auf Deutsch: Website-Pflege. Ich betreue Websites seit über 30 Jahren und sehe die gleichen Baustellen immer wieder: alte Plugins, fehlende Backups, Ladezeiten, die Kunden kosten, ohne dass es jemand merkt. Hier die neun Punkte, die wirklich zählen. Kein Blabla, einfach das, was du wissen musst.
1. Hosting: schnell und sicher
Billig-Hosting sieht auf der Rechnung gut aus, kostet dich aber woanders: langsame Ladezeiten, schlechteres Ranking, genervte Besucher. Gutes Hosting bringt SSL-Zertifikat, aktuelle Server-Software und genug Power für Traffic-Spitzen mit. Und die Domain läuft nicht aus Versehen ab, weil niemand ans Verlängern gedacht hat.
2. Technik aktuell halten
WordPress-Core, Theme, PHP-Version: Alles will regelmässig ein Update. Klingt nach Detail, ist aber der Unterschied zwischen «läuft stabil» und «offenes Tor für Angreifer». Dazu kommt: Lädt deine Seite auf dem Handy langsam, sieht das Google genauso wie deine Besucher, nämlich gar nicht gern.
«Deine Website läuft nicht sauber. Du merkst es nicht. Deine Kunden schon.»
3. Tools und Plugins
Jedes Plugin macht etwas einfacher und öffnet gleichzeitig eine kleine Tür. Verwaiste Plugins sind der Klassiker unter den Einfallstoren für Hacker. Die Regel: nur, was du wirklich brauchst. Regelmässig updaten. Und alles, was du nicht mehr nutzt, löschen statt nur deaktivieren.
4. Security
Firewall, Login-Schutz, Malware-Scans. Sicherheit ist kein Haken, den man einmal setzt, sondern ein Dauerlauf. Wird deine Seite gehackt, verlierst du nicht nur Daten, sondern das Vertrauen deiner Kunden. Im schlimmsten Fall fliegt die Seite aus dem Google-Index.
5. Backups und Notfallplan
Das am meisten unterschätzte Thema überhaupt. Ohne aktuelles Backup nützt dir jeder andere Schutz nichts. Entscheidend ist nicht, ob irgendwo ein Backup existiert, sondern ob es automatisch läuft, extern gespeichert wird und im Ernstfall in Minuten zurückgespielt werden kann.
6. Rechtliches und Datenschutz
Seit dem revidierten Datenschutzgesetz (revFADP, September 2023) brauchen Schweizer Firmen eine korrekte Datenschutzerklärung, ein Impressum und einen sauberen Cookie-Consent. Hast du Kunden aus der EU, kommt die DSGVO oben drauf. Auch bei Bildern lohnt sich ein Blick: nur, was lizenziert oder selbst gemacht ist, sonst wird eine schöne Website schnell zur teuren Abmahnung.
7. SEO und GEO
SEO bleibt die Basis: saubere Struktur, Meta-Angaben, Ladezeit, guter Content. Neu dazu kommt GEO, Generative Engine Optimization, also sichtbar sein in ChatGPT, Perplexity oder Google AI Overviews. Wer klar schreibt und Fragen direkt beantwortet, wird zunehmend auch von der KI zitiert. Wer da jetzt einsteigt, hat später die Nase vorn.
8. Inhalt
Alte Preise, verstaubte Referenzen, ein Angebot, das es gar nicht mehr gibt: Nichts wirkt schneller unglaubwürdig. Inhalte regelmässig zu aktualisieren zeigt Besuchern und Google dasselbe: Hier ist jemand aktiv.
9. Tracking und Auswertung
Ohne Zahlen fischst du im Trüben. Wie viele Besucher kommen wirklich? Wie viele davon werden zu einer Anfrage? Ein sauberes Analytics-Setup gibt dir die Antwort. Sinken die Zahlen, braucht es eine Massnahme. Kommen viele Besucher, aber kaum Anfragen, liegt das Problem meist am Inhalt oder an der Führung durch die Seite, nicht am Traffic. Und ja, auch beim Tracking gilt: sauberer Cookie-Consent, siehe Punkt 6.
Was als Nächstes kommt
Zwei Themen für die Watchlist: Barrierefreiheit wird 2026 zum Rankingfaktor und zunehmend zur rechtlichen Pflicht. Und Monitoring, also die laufende Überwachung deiner Seite, sorgt dafür, dass dir ein Ausfall auffällt, bevor ihn deine Kunden melden.